|
|
 |
 |
|
hört, hört: Hier paar Tipps zu halbwegs aktuellen Platten; meist CD-Rezensionen, die ich fürs Nürnberger Stadtmagazin doppelpunkt schreibe.
|
 |
|
|
|

|
V.A.: Playing For Change
Playing for Change ist eine weltweite Initiative für Musik von Unten, Musik von der Straße. Ins Leben gerufen vom preisgekrönten Produzenten und Filmemacher Mark Johnson. Die Doppelbedeutung von „Change“ (1.Wandel, 2. Kleingeld) drückt zum Einen die politische Ambition des Projekts (im Sinne Obamas) aus, und beschreibt auch die Herkunft der meisten Mitglieder: Straßenmusiker, die für Kleingeld spielen. Auf der beiliegenden DVD hat Mark Johnson das Konzept optisch genial umgesetzt. Durch raffinierte Schnitt- und Mixtechnik singen Künstler aus allen Kontinenten auf Straßen, Stränden, Plätzen, Wiesen und Balkons gemeinsam die “Songs Around The World”. Weltumspannende Musik für eine gute Sache, denn von den Einnahmen werden Musikschulen in Armenvierteln und Krisengebieten gefördert. (Universal) videolinks , Anhören bei LastFM
|
|

|
Matt Bianco
Mitte der 80er Jahre entdeckte die Szene das gepflegte Cocktail-Schlürfen für sich: Sade, Double, Vaya Con Dios und allen voran Matt Bianco steuerten die passenden Soundmuster bei: Jazzpop mit leichtem Latin-Flavour. Im heute angesagten Lounge-Ambiente wird gern auf solche Frühwerke der „fingersnipping music“ zurückgegriffen. Die neue Matt Bianco CD „HiFi Bossa Nova“ liefert perfekt durchgestylten Nachschub. Zwar wurde Sängerin Basia dezent durch Hazel Jane ersetzt, doch das trübt den Caipi-Genuss nicht nicht im Geringsten. (edel) Titelsong auf You Tube anhören
|
|

|
Jason Mraz Mit einiger Verspätung kommt man auch hierzulande auf den Geschmack. In Amerika seit Jahren umjubelt, ist Jason Mraz bei uns erst durch seinen flockig lockeren Sommerhit “I’m Yours” zur Neuentdeckung des Jahres avanciert - und das völlig zu Recht! Der smarte Kalifornier wird musikalisch oft mit Jack Johnson und optisch mit Hugh Grant verglichen. Mraz ist ein vielseitiger Gesangsvirtuose, Schnellsänger, Spaßvogel und grandioser Songwriter. Seine drei bisher veröffentlichten Alben “Waiting For My Rocket To Come” (2002), “Mr. A-Z” (2005) und “We Sing, We Dance, We Steal Things” (2008) sind Meisterwerke, seine Videos im Internet pures Entertainment. Videolink (I’m Your’s Live), Infos auf LastFM
|
|

|
Buddaheads Sie treten an, als gälte es, den Bluesrock nochmal neu zu erfinden. Puristen könnten ihnen ankreiden, Anleihen bei Hendrix, ZZ-Top und diversen anderen genialen Gitarrenrockern rauszuhören. Stimmt, kratzt aber wenig, denn die Buddaheads stehen zwar in oben genannter Tradition und spielen auch mit diesen Sounds, aber ihre Songs kommen aber dermaßen überzeugend daher, dass das völlig wurscht ist. Bluesrock vom Feinsten! Wenn ich Buddaheads im Midlife-Club auflege, kommt immer die begeisterte Anfrage: “Wie heißt die Band? Wo gibt’s die zu kaufen?” Die Alben “Howlin’ At The Moon” und “Mumbo Jumbo” sind zumindest bei Amazon erhältlich. Anhören (LastFM)
|
|
|
Jamie Lidell Auf den von Amy Winehouse und Duffy frisch bereiteten Retropfaden läuft sich’s bestens. Wäre da nicht der glasklare Sound könnte „JIM“ als ausgegrabener Schatz der frühen Soul und R&B Ära durchgehen. Es fällt schwer zu glauben, dass Sänger und Songschreiber Jamie Lidell noch vor wenigen Jahren heftig in Sachen Techno und elektronische Experimente unterwegs war. Die neue Rolle als Altsouler spielt er souverän und ohne Brüche, seine Songs sind erste Sahne. (Warp Records) video (you tube)
|
|

|
Yerba Buena Und immer neue Stilkreationen brodeln uns aus dem Schmelztiegel New York entgegen. Musikproduzent und Multikulti-Filmemacher Andres Levin hat eine Truppe von New Yorker Latinos um sich geschart und mit ihnen zusammen den „urban fusion“ aus der Taufe gehoben. Das ist Latin-Boogaloo der 60er gemischt mit Soul und Afrobeat. Als beste Latin-Tanzband wurden Yerba Buena mit der kubanische Frontfrau Cuco für den Grammy nominiert. Die aktuelle CD „Follow Me“ ist die Essenz ihrer beiden ersten Erfolgsalben, die in Europa nicht erschienen waren. Ein rhythmusbetonter Anglolatino-Cocktail, dem hochkarätige Gäste wie Celia Cruz und die Orishas noch einen kräftigen Schuss geben. Songs wie „Bilingual Girl“ oder „Guajira, Ilove u 2 much“ sind todsichere Tanznummern. (Wrasse Records) Anhören LastFM
|
|

|
Kana Was Gentleman für die deutsche Reggae-Szene, sind Kana für Frankreich oder besser für die gesamte frankophone Welt. “Entre Freres” startet mit dem „Plantation“, dem Ohrwurm-Hit der beiden letzten Sommer und auch die anderen 12 Songs kriegt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Kana produzieren einen für Reggae ungewöhnlich trockenen Sound mit sparsam eingesetzten Bläsern, der sich eher auf westafrikanische als auf karibische Roots stützt. Kein Wunder, haben sie doch ihr aktuelles, 2. Album in den Studios von Youssou N’Dour im Senegal aufgenommen. Im reichhaltigen Pariser Multikulti-Schmelztiegel sind Kana sicher ein weiteres Highlight. (beatScience)
|
|

|
Angelique Kidjo Angélique Kidjo verließ ihre westafrikanische Heimat Benin einst aus politischen Gründen und wurde in Paris zum gefeierten Superstar der Worldmusik. Inzwischen lebt sie in New York und hat auf ihren Alben die verschiedensten Kulturen zusammengefügt. Im neuen Projekt „Djin Djin“ konzentriert sich Angélique Kidjo auf die Rhythmen ihrer Heimat, die sie mit einer ganzen Liste internationaler Spitzenmusiker, wie Alicia Keys, Carlos Santana, Joss Stone, Ziggy Marley, Peter Gabriel, Branford Marsalis… einspielt. Das Resultat ist eines der besten Afro-Alben überhaupt. Der Opener begrüßt den Hörer mit westafrikanischer Lebensfreude, gefolgt vom jazzinspirierten Titelsong und der Afro-Adaption des Stones Klassiker „Gimme Shelter“. Auf diesem Album gibt es keine durchschnittlichen Songs, das absolute musikalische Highlight ist aber ohne Zweifel die mutige Vocalversion des Bolero von Ravel. Das Meisterstück der Kidjo! (EMI)
|
|
|